Inkontinenz
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  • Wirkungsweise

    Reizstrom

    Die Reizstrombehandlung eignet sich im Bereich der Harninkontinenz in erster Linie zur Behandlung der Stress- und Dranginkontinenz bzw. ihrer Mischformen. Im Bereich der Stuhlinkontinenz wird sie vor allem bei muskulär bedingten Formen angewendet. Bei dieser Therapieform werden mittels eines leichten Stromes die Nerven und Muskeln im Bereich des Beckenbodens gereizt. Der Strom wird über Hautelektroden verabreicht oder über die Elektroden, die in die Scheide (Vaginalelektroden) bzw. in den Enddarm (Rektalelektroden) eingeführt werden, verabreicht.

     

    Die Behandlung kann in Kombination mit anderen Therapien wie der Beckenbodengymnastik und Medikamenten oder auch als alleinige Anwendung erfolgen.

     

     

    Beckenboden

    Warum ist ein starker Beckenboden wichtig? Die Beckenbodenmuskulatur schließt das Becken nach unten hin ab und besteht aus mehreren Muskelschichten. Die Muskulatur setzt sich aus zwei verschiedenen Arten von Muskelfasern zusammen. Zum einen sind es Fasern, die langsam anspannen (Slow-Twitch-Fasern). Sie sind ausdauernd und ermüdungsarm. Sie können lange Zeit angespannt bleiben, um unter anderen die inneren Organe zu halten. Diese Art Muskulatur hilft durch ständige Spannung mit, dass wir den Urin halten können. Bei der Blasenentleerung entspannt sich dann die Muskulatur. Zum anderen gibt es Fasern, die schnell anspannen (Fast-Twitch-Faser). Sie können rasch reagieren, ermüden aber bei dauerhafter Beanspruchung schnell. Sie helfen, plötzliche Belastungen und Druckerhöhungen auf den Beckenboden, wie sie beispielsweise beim Springen, Husten oder Lachen auftreten, auszugleichen. Wenn diese Muskeln nicht schnell und ausreichend kräftig reagieren, kann es in solchen Situationen zum unkontrollierten Harnverlust kommen.

     

     

     

                                                                   

     

     

     

    Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur hilft Inkontinenz zu vermeiden.

     

  • Indikationen

     

    Reizstrom

     

    1. Anlage oberhalb des Schambeins und der Gesäßspalte

    Die Anlagepunkte so wählen, dass bei einiger Intensität Muskelzuckungen spürbar werden.

       

                      

     

     

     

     

    2. Dammanlage

    Die Anode (rot) oberhalb des Schambeins anlegen (siehe Abb. oben). Die Kathode (blau) auf den Damm (siehe Abb. unten) anlegen.

     

                   

     

     

     

     

    3. Vaginal- und Analanlage

    Tipp: Diese Trainingsform funktioniert auch dann gut, wenn die Stimulation mittels Hautelektroden infolge von Übergewicht erschwert ist!

    Zu Behandlung der Stressinkontinenz können Frauen wahlweise die Vaginal- oder Rektalelektrode verwenden. Zur Behandlung anderer Inkontinenzformen ist die Vaginalelektrode vorzuziehen.

     

     

     

                                                               

     

     

     

     

    4. Elektrodenanlage am Fuß

    Den Anlagepunkt der rot markierten Elektrode (roter Stecker des Elektrodenkabels) findet man, indem man die Handbreite als Maß nimmt. Handkante, wie dargestellt, mittig auf den Knöchel legen, die obere Handkante zeigt die Mitte der Position der Elektrode an.

    Die blau markierte Elektrode wie abgebildet anbringen und mit dem blauen Stecker des Kabels verbinden.

     

     

                                                                                        

     

     

     

     

    5. Elektrodenanlage bei Menstruationsbeschwerden

    Die Anlagepunkte der Elektroden am Unterbauch wie am Bild gezeigt.

    Verbinden Sie nun die Elektrodenkabel mit dem Gerät, indem Sie die Stecker in die entsprechende Buchse unten am Gerät stecken. Legen oder setzten Sie sich nun bequem hin.

     

     

                                                                                       

     

     

     

     

    Beckenboden

     

    • Öffnen Sie das Batteriefach auf der Rückseite des PelviFemme und legen Sie drei AAA-Batterien ein.
    • Verbinden Sie das PelviFeme mit dem Sondenschlauch und der Sonde.
    • Führen Sie nun die Sonde in die Scheide ein. Wählen Sie das gewünschte Programm und befolgen Sie die Anweisungen, die Ihnen das Gerät gibt.